30 Minuten Frozen Yoghurt

Android 2.2 (aka. Frozen Yoghurt/Froyo) ist da. Besser gesagt, es ist endlich auch für mein HTC Desire verfügbar. Aber das Warten hat sich gelohnt, da das Update absolut reibungslos verlief und ich noch keinen der bekannten Fehler von 2.2 auf dem Nexus One nachvollziehen konnte.

Was bringt Android 2.2 nun tolles Neues?

  • WLAN Hotspot - In meinen Augen ist dies das geilste Feature von Android 2.2. Alles andere ist auch toll, spitze, wichtig und was weiss ich. Aber das mein Handy nun ein WLAN Hotspot sein kann, ist absolut genial. Keine Kabel mehr mitschleppen oder sich ärgern, wenn man sie vergessen hat. Keine Notwendigkeit für das nur bedingt gute Programm PDAnet. Und ich kann die Kollegen einladen, wenns mal wieder mit dem gesperrten Tethering ihrer iPhones nichts klappt. :)
  • Höhere Geschwindigkeit - Das Handy war vorher schon eine Offenbarung im Vergleich zu meinem iPhone 3G. Nun fühlt sich alles noch ein bisschen flotter und angenehmer an. Am meisten spüre ich davon bisher im Webbrowser, da ich regelmässig einige sehr JavaScript lastige Seiten besuche. Aber der JIT ist sicherlich auch toll. :)
  • Cut'n'Paste im Browser und Mailprogramm - Feature? Nein! Das ist schlichtweg eine bisher fehlende Funktion, die zwingend kommen musste. Beinahe überall konnte man Textmarkieren usw., aber im Mailprogramm ging es nicht. 
  • Fotokamera lässt sich im Quer- und Hochformat bedienen. Es hat teils schon sehr genervt, wenn man Fotos machen wollte und für Einstellungen immer das Handy drehen musste. Der Camcorder ist leider immer noch nur im Querformat vorhanden.
  • VCF Dateianhänge werden korrekt erkannt und daraus neue Kontakte erstellt.
  • Adobe Flash 10.1 - Es klappt, es ist flott und es macht Spass damit auf Videoportalen zu surfen, die noch auf Flash setzen. HTC hatte zwar schon vorher einen Flash Player spendiert, aber dieser ruckelte bei manchen Seiten oder Videos doch hin und wieder.
  • Video Aufname in 720p - Es geht. Ob es mir was bringt? Keine Ahnung.

Ein neues Feature fehlt noch in der obigen Liste - es ist nun auch möglich Anwendungen auf die SD Karte des Telefons zu verschieben. Leider hat diese ganze Sache aber einen Haken, wie man dem folgenden Abschnitt aus einem Blogpost bei neuerdings.com entnehmen kann.

Das Verschieben von Applikationen auf die SD-Karte ist etwas, was längst fällig war, denn leider hat das Nexus One extrem wenig Speicherplatz, den man mit einigen Dutzend Apps bald gefüllt hat. Android Froyo kommt jetzt mit einer Applikationsverwaltung, die einen grundsätzlich jede Anwendung auf die Karte verschieben lassen sollte. In meinem Test hat das genau mit einer Anwendung geklappt, bei allen anderen – darunter der massige Flashplayer, der rund zehnmal so gross ist wie die meisten Android-Anwendungen, war der entsprechende Knopf ausgeblendet. Angeblich müssen die Entwickler die Programme auf die Auslagerung auf die Karte vorbereiten, ich hoffe also, dass sich nach den ersten Updates (die künftig dank dem neuen Betriebssystem Anwendungsweise automatisch geholt werden können) mehr Apps verschieben lassen.

via neuerdings.com

Richtig nachvollziehbar finde ich die Erklärung nicht. Aber sei es drum, noch habe ich genug Speicher frei.

Alles in allem ist es ein rundes Update, dass neben den obigen Punkten das gesamte Betriebssystem an vielen Stellen ein bisschen runder, hübscher, schneller, stabiler usw. macht.

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HTC Desire = ♥

Ja, ich liebe mein HTC Desire. So einfach kann man es sagen. Es hat zwar lange gedauert, bis ich es in den Händen hielt, aber dennoch hat sich das Warten gelohnt. Ich erspare euch mal eine lange detailgetreue Rezension der Hardware und des Betriebssystems, denn die bekommt ihr überall und Meinungen gibts bei Amazon. Fotos gibt es hier und hier. Videos hier und hier.

Zuerst hatte ich überlegt, dass ich den Artikel mit "HTC Desire, mein persönlicher iPhone Killer" betitele, aber das erschien mir doch ein wenig zu hart, auch wenn es die Wahrheit ist.

Ich habe seit erhalt des HTC Desire mein iPhone nicht mehr angefasst bzw. aktiv genutzt. Ich habe es lediglich ein paar Tage lang noch mit mir rumgetragen, weil ich meine dienstliche Handynummer noch umleiten musste.

Denoch wurde aus der Liebe auf den ersten Blick nicht umgehend eine glückliche Beziehung.

Das HTC sieht cool aus, liegt gut in der Hand und das Multitouchdisplay ist brilliant und präzise zu bedienen.

Aber es gibt auch gänzlich überbewertete Funktionen an ihm. Die Twitterintegration ist ein rechter Witz, wenn man Twitter ersthaft nutzen und nicht bei jedem Aufruf raten will, welche denn die neusten ungelesenen Tweets sind, dann sollte man sich schleunigst nach einem anderen Client anstelle von HTC Peep umsehen. Es gibt ja mittlerweile Twitter for Android - der definitiv beste und offizielle Twitter Client für Android meiner Meinung nach.

Die Facebookintegration ist gelungen, wenn man sie unter dem Aspekt betrachtet, dass man seine Bilder zu Facebook hochladen und die Bilder seiner Facebookkontake mobil zugänglich haben will. Ansonsten gilt für Facebook, wenn man es über HTC Friendstream nutzt, dasselbe wie für Twitter via HTC Peep/Friendstream - es ist ein rechter Krampf. Die offizielle Facebook App für Android ist auch bei weitem nicht so ausgereift wie die iPhone App, wenn es um den Bereich Benachrichtigungen geht. Man bekommt zum Beispiel keine Benachrichtigungen, wenn Beiträge kommentiert werden, die man selbst kommentiert hat. Da ich Facebook nicht mehr benutze und mein Account gelöscht habe, ist mir das reichlich egal.

Der Energieverbrauch des HTC ist nicht besser oder schlechter als der des iPhones. Mit entsprechendem Tuning der Einstellungen läuft das HTC bei mir genauso wie das iPhone 2-3 Tage trotz häufiger Nutzung und dem ein oder anderen Pushdienst/Hintergrunddienst. Ich habe dafür wie gehabt Wifi, GPS und Bluetooth ausgeschaltet, solange ich es nicht brauche. Das mobile Datennetz habe ich per Einstellung fest auf WDCMA(HSPA) (3G für iPhone User) gestellt.

Diese Möglichkeit nur WDCMA(HSPA) zu machen, ist übrigens ein Vorteil gegenüber dem iPhone. Beim iPhone kann ich nur wählen, ob ich 2G+3G oder nur 2G machen will. Will ich also die Energie sparen, die durch den Handshake zwischen 2G und 3G entsteht, so bleibt mir nichts anderes übrig als das iPhone fest auf 2G zu stellen. Beim HTC habe ich mich dazu entschlossen nur noch 3G zu nutzen. Das Ergebnis: selbe Akkulaufzeiten bessere Netzwerkgeschwindigkeit.

(Intime Kenner der mobilen Netzwerkprotokolle mögen mir meine laienhafte Darstellung verzeihen, aber ich beziehe mich hier einfach auf meine Erfahrungswerte. Es scheint aber sogar so zu sein, dass vom Konzept her WDCMA im Standby einen geringeren Energieverbrauch hat als 2G. Siehe wikipedia.)

Die eingebaute Kamera des HTC ist um Größenordnungen besser als die des iPhone und durch den Blitz kann man auch im Schummerlicht ganz brauchbare Fotos machen.

Die Integration mit Google Diensten ist natürlich erwartungsgemäss tiefer und besser als beim iPhone. Aber es wäre auch traurig, wenn dem nicht so wäre, oder?

Im Bereich Mail ist der Google Mail Client natürlich absolut genial, da er alle Funktionen von Google Mail aufs Handy bringt. Schön ist auch, dass man mehrere ActiveSync Verbindungen konfigurieren kann. Beim iPhone musste ich mich entscheiden, ob ich komplett mit Google synchen will oder doch lieber mit unserem Exchange Server auf der Arbeit. Das HTC lässt mich soviele Verbindungen zu Google Mail und Exchange einrichten wie ich mag. Hier sollte Apple einfach mal gleichziehen.

Der Webbrowser erscheint mir unter Android gefälliger als auf dem iPhone, weil er einfach immer den ganzen Bildschirm nutzt und man keine überflüssige Buttonbar am unteren Rand hat. Auf jeden Fall benutze ich ihn viel häufiger als auf dem iPhone. Es könnte aber auch daran liegen, dass ich für einige Apps bessere Alternativen in Form von mobilen Websites gefunden habe.

Das einfache Bedienkonzept des iPhones - Homescreens beinhalten Apps - hat mich am Anfang sehr begeistert. Mittlerweile fühle ich mich dem entwachsen und finde das Konzept Homescreen an Homescreen mit Apps sogar ziemlich schlecht, da man die meisten Apps nur selten nutzt und viel Zeit mit dem reorganisieren seiner Homescreens und suchen dieser Apps verbringt.

Und nein, die Folder aus iPhone OS 4.0 machen die Sache nicht besser oder toller. Sie erlauben nur mehr Chaos auf den Homescreens. Man kann noch mehr Apps kaufen und auf seinem Handy mit sich rumtragen.

Hier gefällt mir das Konzept von Android richtig gut - alle Apps liegen in einem leicht zu erreichenden Programmordner und ich kann mir meine Homescreens frei mit Apps, Urls, Foldern und vorallendingen Widgets belegen.

Apps generell: Ich habe bis dato noch keine wichtige (== regelmässig genutzte) App gefunden, die ich auf dem iPhone hatte und unter Android nicht. Es gibt sicherlich die ein oder andere Spass-App, die ich nicht mehr habe, aber das kratzt mich auch nicht, da ich sie meist sowieso nur einmal aufgerufen habe.

Tethering klappt einfach - keine Jailbreaks, keine komischen Einstellungen des Providers, nix. Ich kann es einfach nutzen.

Es gibt ein grosses und ein kleines Manko beim HTC Desire, die mich bis dato mal mehr mal weniger nerven.

  • Es war auf dem iPhone so schön möglich Screenshots zu machen, dies geht leider beim HTC nur mit dem Developertool. (Oder eventuell einer App????)
  • Aber das große Problem in meinen Augen ist, dass man keine Proxies konfigurieren kann für das HTC generell bzw. pro WLAN. Das kratzt mich zwar selten, aber wenn nervt es umso mehr.

Alles in allem habe ich mich mit dem HTC nicht verkauft, sondern den richtigen nächsten Schritt getan. Vorallendingen einen Schritt aus der Anbieterbindung heraus, welcher mir monatlich eine Ersparnis von min. 50% zu meinem bisherigern Vertrag bringt.

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